Beyond Order and Reason

Kürzlich hab ich mein Arbeitszimmer aufgeräumt. Ich mag Ordnung, aber sie zu halten ist nicht so mein Ding. Woche für Woche kommen ja Sachen hinzu. Vor allem Papiere, aber auch Bücher, Zeitschriften, Gadgets. Was im Moment des Bestellens so wichtig scheint, bleibt oft ungelesen in einem Regal. Ausgediente Handys und andere Elektronika, Fotos, Texte … entsorgen oder aussortieren ist umständlich und wer weiss, was man später mal brauchen könnte, also nicht einfach wegwerfen.  Die eingehende Post, gewünschte und unerwünschte, geht in die „erledig ich später“ Beige. Und so wachsen die Stapel, die Schränke und Festplatten füllen sich.  Vieles ist unwichtig, einiges vielleicht doch relevant, und das zu unterscheiden kostet Zeit und Denke.

Welch ein Kontrast  der Besuch bei Werni, unserem Nachbar, seit kurzem im Pflegeheim. Er ist 91 und verwirrt.  Altersdemenz.  An einem guten Tag erkennt er einem.  Für ihn gibts keine Ordnung oder Unordnung mehr. Ein Zimmer, ein Bett und Kleider, die zu anziehen ihm ein Pfleger hilft. Keine Informationen zu sortieren, keine Rechnungen zu bezahlen,  keine Pläne zu schmieden. Irgendwann gilt für alle: Was heute wesentlich scheint ist morgen nichts mehr wert. Ob Besitz, Bedeutung oder Beziehungen – loslassen ist angesagt. Ist was hinter dem Hügel? Further On Up The Road (Johnny Cash), Beyond The Horizon (Bob Dylan) ?

Im neuen Jahr wünsche ich euch allen die Musse und den Willen, tiefer zu graben.

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