Die Eule und der Waldfreund

Heute Nebel. Kein Grund, aufs Training zu verzichten, schlussendlich ist der Winter noch lange. Ich komme erst um vier Uhr vom Büro los, es dämmert. Schuhe schnüren, gen Uetliberg lostrotten. Bei der SZU-Station Ringlikon kommt mir der Waldmann in den Sinn. Im Sommer traf ich ihn oft auf seiner Bank an der Sonne. Die letzten paar Mal hab ich ihn vermisst. Bleibt er im Winter zuhause? Bei diesem Nebel… Ich schicke trotzdem einen Jauchzer über die Gleise. Und höre da, vom Waldrand kommt eine Antwort. Ein Jodelruf, wie ich ihn oft an lauen Sommerabenden gehört habe. Bald schütteln wir uns die Hände wie alte Freunde. Doch doch, er sei auch im Winter hier, nur nicht so lange. Sei halt nicht das Gleiche, aber der Sommer komme ja wieder. Die Begegnung beflügelt mich, und so hechle ich auf dem Grat dem Kulm entgegen. Auf dem Rückweg im Wald ist es fast Nacht, ein paar unbestimmbare Lichter funkeln durch die Äste. Ganz in der Nähe ruft eine Eule.

Der Waldfreund hofft auch bei Nebel auf die Sonne

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